Journalismus – was, wer, wo, warum?

Journalismus ist eine schriftstellerische Tätigkeit, für Printmedien, Rundfunk- und TV, die dazu dient, über Ereignisse, Vorfälle und Hintergründe zu informieren. Der Journalismus soll einen Ausschnitt der Realität vermitteln und gleichzeitig globale Zusammenhänge erkennen und erklären.

Klassische Definition. Aber vielleicht nicht die ganze Wahrheit! Denn in unserer Konsumgesellschaft gibt es noch eine anderen wichtigen Aspekt journalistischer Arbeit: Den Marktwert der Information. Diese muss nicht nur korrekt und gut recherchiert, sondern vor allem knallig, knackig verpackt und aufregend inszeniert sein. Wie auch immer man darüber denken mag, letztendlich dreht sich auch im Nachrichtengeschäft alles nur ums Geld. Selbst die großen Nachrichtenagenturen wie Reuters, AFP, DPA usw. sind längst nicht mehr reine Informationslieferanten. Denn jede Minute gibt es weltweit so viele Ereignisse und Vorfälle, dass auch im so genannten Informationszeitalter Vieles an der „Welt“ vorübergeht, ohne dass sie davon Notiz nimmt. Was die „Welt“ erfährt, ist das, worüber die wichtigen Tageszeitungen wie die New York Times, Die Zeit, Prawda oder auch die großen TV-Sender wie CNN, NBC, BBC oder die ZIB 2 usw. berichten. Und diese machen ihren Job eigentlich sehr gut.

Natürlich, wenn man  eine derartige Aussage tätigt, hagelt es wahrscheinlich im nächsten Moment schon an Protesten, denn einige Interessensgruppen wie z.B. NGOs fühlen sich von den Medien generell stiefmütterlich behandelt. Doch die Relevanz von Neuigkeiten ist nun einmal eine demokratische Angelegenheit, die sich aus dem ergibt, was die Mehrheit der Menschen interessiert. Verkaufszahlen bestimmen die Auflagen, Werbezeiten das Budget der Rundfunkanstalten. Es ist Aufgabe des Journalisten aus der Informationsflut heraus zu filtern, was relevant ist. Das ist für den einzelnen Reporter oft ein ganz automatischer Prozess, schließlich arbeitet er zumeist in einem System, das vorgibt, was berichtenswert ist. Ob Print, Radio, TV oder Internet, diese Instanz ist fast immer der Chefredakteur. Dieser hat durch jahrelange Erfahrung ein Gespür dafür entwickelt, was die Menschen interessiert. 

Nachrichtensendungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn die Welt, in der wir leben, wird immer komplexer. Wir verstehen sie oft nicht, wir verstehen nicht, warum gewisse Dinge geschehen, vor allem, wenn sie negativer Natur sind. Aber es ist beruhigend, zumindest ansatzweise einen Überblick zu bewahren. Diesen gewähren uns die Journalisten. Und die können gar nicht gut genug sein!

Woran man einen guten Journalisten erkennt

 Er oder sie ist vor allem eines: Unglaublich neugierig! Und diese im Idealfall angeborene Neugier und Wissbegierigkeit geht Hand in Hand mit einer großzügigen Portion Hausverstand, schriftstellerischem Talent und Disziplin. Fundiertes Allgemeinwissen und Fremdsprachenkenntnisse sind ebenso unerlässlich wie die Fähigkeit, sich an Gesprächspartner mit verschiedenstem kulturellem und sozialem Hintergrund anzupassen. Provokation ist erlaubt, solange sie sich im Rahmen des Höflichen abspielt. Geduld ist nicht nur eine Tugend, sondern zahlt sich für den Journalisten fast immer aus.

Des Weiteren punktet er durch seine Unbestechlichkeit: Trotz manch elitärer Kontakte, über die ein Journalist verfügt, sollte er niemals seine Unabhängigkeit aufgeben, indem sein Wohlwollen käuflich wird.

Ein Journalist darf auch ein Star sein. Was wäre CNN ohne Richard Quest und die zahlreichen Anwärter auf seinen Thron? Jedes Land hat seine Starjournalisten. Ihre Meinung zählt fast genauso so sehr wie die anderer VIPs aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kunst. Sie dürfen nur niemals den Fehler begehen und ihre persönliche Meinung während ihrer Arbeit durchblitzen lassen. Während eines Interviews ist Objektivität die oberste Regel! Durch nüchterne aber strategische Fragestellung erweist der Journalist dem Publikum den größten Dienst, denn der Interviewpartner entblößt sich selbst, wenn er ethisch verwerfliche Aussagen tätigt. Da bedarf es keines zweideutigen Kommentars oder eines verächtlichen Mienenspiels. Leser, Zuhörer oder Zuschauer fällen das richtige Urteil schon selbst!

 

 

 

 

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