Friedensbotschaft – Nie wieder Nuklearwaffen!

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Jedes Jahr werden wir am 6. August an das Grauen erinnert, das der Abwurf der Atombomben nicht nur über der japanischen Stadt Hiroshima, sondern kurz danach auch über Nagasaki verursachte. Es ist wichtig, dass es diesen Gedenktag gibt, dass er uns mit seinen schockierenden Bildern Jahr für Jahr einholt; sie sollen Mahnung sein und Ansporn zugleich, alles in unserer Macht stehende zu tun, um die weltweite Abschaffung der Atomwaffen zu erreichen.

Es gibt unzählige Gründe, das Ende der unheilvollen Ära der Atomwaffen einzufordern, doch über allen steht die unumstößliche Tatsache: die Welt wäre ein sicherer Ort,  wenn es diese Waffen nicht mehr gäbe. Allein ihre Existenz stellt ein gewaltiges Risiko dar: die Aneinanderreihung einiger unglücklicher Umstände oder politischer Ereignisse kann diese Gefahr bereits  auslösen. Man erinnere sich nur an die Kuba-Krise oder denke aktuell an den Konflikt in der Ukraine – die schwelenden Unstimmigkeiten zwischen den Supermächten USA und Russland beschwören ein längst vergessen geglaubtes Gespenst herauf: die Angst vor einem Weltkrieg mit verheerenden Folgen; denn dieser Krieg könnte das Ende der Menschheit bedeuten.

Auch anderswo droht Gefahr; terroristische Organisationen versuchen täglich, an Nuklearwaffen zu kommen, und die unberechenbare Führung in Nordkorea macht kein Geheimnis aus ihren Ambitionen, ein Nukleararsenal anzulegen; sofern es dieses nicht schon gibt.

Vergessen wir nicht: Nuklearwaffen sind mit dem Gewissen nicht vereinbar! Jeder Schlüssel, jeder Schaltknopf, jeder Code, jeder Befehl in der Kommandokette, sind nur sichtbare Hüllen, um den Tod in ihrem nuklearen Kern zu verbergen; einen unbarmherzigen, mächtigen Tod, der alles um sich herum in seinen gierigen Schlund zieht und dabei sein tödliches Gift ausspeit. Die strahlengeladenen Bomben können jegliches Leben auf der ganzen Erde für Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, zum Erlöschen bringen. Wer Atomwaffen einsetzt, begeht Massenmord!

Im Sinne der Menschlichkeit, diesem Attribut, das wir so gerne für uns beanspruchen, das Ausdruck unserer Überlegenheit und Intelligenz als Krone der Schöpfung sein soll, im Sinne dieser Menschlichkeit sind alle Atomwaffen umgehend zu vernichten und jedwede Produktion mit sofortiger Wirkung einzustellen.

Quo vadis, Austria?

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Führt der ESM, der krampfhafte Versuch das Projekt Euro am Leben zu erhalten, geradewegs in den Hades? Und was hat Frank Stronach damit zu tun? 

20 Milliarden Euro kostet uns die ESM-Teilnahme, die zum Horrotrip werden könnte                     © D. Aichelburg ( Tate Gallery London, Damien Hirst’s “diamond skull”

Eine turbulente Woche geht dem Ende zu. Besonders die Teilnahme am umstrittenen Euro-Stabilitätsmechanismus, ESM, welche die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP mit Hilfe der Grünen beschlossen haben, vermochte die Gemüter noch mehr zu erhitzen als sie es angesichts der momentanen Hitzewelle ohnehin schon sind. Und dann war da der ungewöhnliche Auftritt des Multimilliardärs Frank Stronach in der Nachrichtensendung ZIB 2, der nach knapp zwei Tagen bereits Kultcharakter genießt (siehe http://m.youtube.com/watch?gl=US&hl=en&client=mv-google&v=11xK-GK3VBI ). Der Gründer des Autozulieferkonzerns Magna warnte vor dem ESM und plant die heimische Politik aufzumischen.

Es ist schon einige Zeit her, dass ein TV-Interview eines österreichischen Politikers – ja, Politiker, denn immerhin spielt der Industrielle offen mit dem Gedanken eine eigene Partei zu gründen – solch heftige Kontroversen ausgelöst hat. Nur die Auftritte des ehemaligen FPÖ und späteren BZÖ-Spitzenpolitikers und Kärnter Landeshauptmannes Jörg Haider, polarisierten in ähnlichem Ausmaß.

Doch am Austro-Kanadier Frank Stronach, der nachdem er in jungen Jahren nach Kanada ausgewandert war, mit Magna ein globales Konzerimperium geschaffen hatte, scheiden sich die Geister. Von unkonventionell und erfrischend bis arrogant und selbstherrlich reichen die Urteile.
Dass es der Industrielle nicht gewohnt ist, nach jemand anderes Pfeife zu tanzen, zeigte sich gleich zu Beginn des Live-Interviews im Rahmen des ORF-Nachrichtenformats ZIB 2, als der geladene Gast Stronach die Journalistin Lou Lorenz gar nicht zu Wort kommen ließ und die Anmoderation gleich selbst übernahm. Er war offensichtlich empört über einen Beitrag, der ihn mit einem Wutpolitiker verglich und ging in die Offensive. Das war weder höflich noch charmant aber gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass er nicht bereit ist nach den vom ORF vorgegebenen Regeln zu spielen. Die in der hiesigen Medienlandschaft übliche „Fang-das-Stocki-und-bring-es-zurück“-Philosophie, die bei Interviews mit Politikern angewandt wird, ist langweilig geworden. An Standardphrasen dreschenden Politikern hat sich der österreichische TV-Konsument satt gesehen, insofern war der Ansatz von Frank Stronach erfrischend anders. Und wenn er sagt, er ist bereit sein Geld auszugeben, damit die österreichische Bevölkerung die Wahrheit erfährt und ein faire Politik bekommt, ist das sein gutes Recht, auch wenn es leicht überheblich klingen mag. Obwohl, welche Vergleichsmöglichkeiten gibt es schon? Wieviele österreichische Mutimilliardäre sind denn bereit sich für die Österreicher einzusetzen, wollen dafür kein Geld aus der Staatskasse aber wenden ihr Eigenes auf und sehen die Politik nicht als Karriereleiter? 

Kann sein, dass sich erfolgreiche ältere Herren gerne in den Vordergrund stellen, aber vor allem auch um den jüngeren Generationen etwas von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung weiterzugeben. Auch wenn der Wunsch nach Selbstprofilierung nicht gänzlich zu verleugnen ist, handelt dieser Mann in erster Linie aus Überzeugung und dem Streben etwas zum Besseren zu wenden. Ist das so schwer zu glauben?

Die Sager des Herrn Stronach, dem die aalglatte Zunge der meisten Politiker fehlt – nicht zuletzt aufgrund der sprachlichen Entfremdung infolge der langen Zeit in Amerika – will ich hier gar nicht im Detail kommentieren, denn das geht am Eigentlichen vorbei. Analysen dessen finden sich dieser Tage ohnehin zuhauf in der Blogosphäre und sonstigen Medien. 

Vielmehr stellt sich folgende Frage: Was, wenn Herr Stronach, dem niemand eine profunde Erfahrung in der Wirtschaft absprechen kann, Recht hat, und Europa ins Verderben läuft? Seine Argumentation ist klar nachvollziehbar: Kein Geschäftsmann würde weiter massiv Geld in ein Projekt pumpen, das defizitär ist, und damit noch mehr Schulden anhäufen. Schulden, von denen niemand weiß, wie sie jemals zurückgezahlt werden sollen. Oder hat die EZB einen Plan B parat, der vorsieht im schlimmsten Fall analog zu den USA die Gelddruckmaschine anzuwerfen. Doch dieser Weg endet in massiver Geldentwertung und anderen negativen Nebenwirkungen mit nicht weniger dramatischen Folgen als den Schreckensszenarien, die diverse Studien über eine Rückkehr der Euroländer zu ihren Nationalwährungen prophezeien.

Stronach steht mit seiner Meinung bei weitem nicht allein da. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpfte bis zuletzt wie eine Löwin gegen die gemeinsame Schuldenunion und wurde schlussendlich gezähmt. Renommierte deutsche Blätter wie zum Beispiel “Die Welt” beäugen den ESM ebenfalls kritisch. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article107621215/Dieser-ESM-ist-ein-Putsch-gegen-das-Grundgesetz.html )

Warum also pulvern wir weiter horrende Geldsummen in ein schwarzes Loch, das uns am Ende zu verschlingen droht?
Es ist noch nicht zu spät die Notbremse zu ziehen und umzukehren, auch wenn der Weg zurück mühsam wird.

Seien wir ehrlich! Wie viele Rettungspakete sind in den letzen zwei Jahren beschlossen worden? Vier oder fünf? Und jedes Mal glaubten wir es wäre das letzte.

Eines steht in Bezug auf den ESM fest: Dass alle mitmachen, bedeutet noch lange nicht, dass man das Richtige tut. Wir wollen nicht wahrhaben, was gerade zum vierten oder fünften Mal bewiesen wurde: verschieden starke Volkswirtschaften lassen sich nicht zwanghaft unter einen Deckel pressen.

Vielleicht ist es gerade ein Industrieller und Noch-Nicht-Politiker wie Stronach, der uns die Augen öffnen kann. Denn den Berufspolitikern fehlt dazu die nötige Objektivität.

Die Ökonomie von Gut und Böse oder Wenn wir brav sind kommen wir alle in den Himmel

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Graue Wolken hängen bedrohlich auch über der größten österreichischen Bank
© Denise Aichelburg

Nach Griechenland erreichen die unheilvollen, schwarzen Sturmwolken des Krisentiefs nun auch Spanien. http://edition.cnn.com/2012/06/10/business/spain-aid-questions-remain/index.html?hpt=hp_c2
Der Euro-Rettungsschirm ist die letzte Hoffnung. Angesichts dieser desaströsen Entwicklungen stellt sich einmal mehr die Frage, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte. Dieses Thema wurde Anfang März im Rahmen der Alpbach Talks unter dem Titel „Die Ökonomie von Gut und Böse vs. Ein Weg zur Gemeinwohl-Ökonomie“ erörtert.

Es war eine illustre Runde, die sich aus diesem Anlass auf dem Podium des mehr als gut gefüllten Redoutensaals der Wiener Hofburg eingefunden hatte: Ein Minister, der Chef einer Großbank und ein Rebell diskutierten über einen möglichen Weg aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, sofern es diesen überhaupt gibt. Christian Felber, Mitbegründer und Sprecher von Attac Österreich, Karel Schwarzenberg, Außenminister der Tschechischen Republik und Tomáš Sedláček, Chefvolkswirt der Československá obchodní banka (ČSOB) lieferten einem aufmerksamen Publikum einige Weisheiten aber auch viele Plattitüden. Von diesen hier ein kleiner Ausschnitt:

Es gibt sie noch, die Fragen, auf die auch der Klügste keine Antwort weiß: Gibt es einen Ausweg aus der Finanzkrise? Ist der auf Wachstum basierende Kapitalismus endgültig zu verurteilen oder war er doch der richtige Weg und wir haben uns nur leicht verirrt. Ist die Marktwirtschaft nun gut oder böse? Und im welchen Verhältnis dazu steht die Natur des Menschen?

“Kein Baum wächst in den Himmel“, meinte der tschechische Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg gleich zu Beginn. Als Forstwirt wisse er nur zu gut, dass auch der höchste Baum irgendwann faul werde oder absterbe. Darum sei der blinde Glaube an ewiges Wachstum ein grober Fehler. Zwar gab es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stetiges robustes Wachstum in Europa. Aber damit ist es heute vorbei. Nun sind es Länder wie China, die uns überholen. Vor allem auch deshalb, weil sie fleißig waren, während wir uns aus auf dem, was unsere Großeltern aufgebaut hatten ausruhten und es verabsäumten in Kernbereiche wie Forschung und Entwicklung, den Grundpfeilern für nachhaltiges Wachstum, zu investieren. Mittlerweile meldet China Patente wie am Fließband an und lässt Europa dabei weit hinter sich.

Auch sei die Krise das Resultat von mangelndem Verantwortungsbewusstsein: „Den jährlichen Sommerurlaub am Mittelmeer sehen wir ja bereits als unser Naturrecht an.“ Und die passende Rechtfertigung hätten wir auch gleich parat: „Wer konsumiert, belebt die Wirtschaft und erhält damit den Wohlstand“.

Der Moralverfall sei ein weiterer nicht vernachlässigbarer Aspekt. Früher war es der Bankier, dem man sein Vermögen oder Erspartes anvertraute, heute sind es die Banker, die mit den Zahlen jonglieren. Je salopper die Bezeichnung des Berufstands, desto verantwortungsloser wurde der Umgang mit dem Geld. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in der mangelnden Erfahrung der meist jungen Banker, die noch keine Angst kennen.

Wer ist also Schuld an der Krise? Wer sind die Bösen?
Laut Attac-Sprecher Felber sind es nicht die Menschen, sondern die Systeme. Unser Wirtschafts- und unser Gesellschaftssystem haben uns gelehrt, dass Egoismus belohnt wird. Es werden die falsche Werte propagiert, was dazu führt, dass wir mittlerweile nicht nur einer mit Finanz- und Stabilitätskrise, sondern mit einer Demokratiekrise konfrontiert sind. 90% der Österreicher wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung, in der dem Umweltschutz und der sozialen Ausgleich in der Gesellschaft mehr Platz eingeräumt wird, so eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. http://diepresse.com/home/politik/eu/588514/Oesterreicher-wollen-eine-neue-Wirtschaftsordnung. 

Das von ihm propagierte Prinzip der Gemeinwohlökonomie sieht vor nur so viel zu konsumieren wie zum Leben benötigt wird. Dadurch ist ein nachhaltiges Überleben aller Menschen mit einem gewissen Maß an Wohlstand möglich. Das hieße aber auch die Industrie müsse weniger produzieren und nicht auf steigende Gewinnzahlen ausgerichtet sein. Eine schöne neue Welt in positiver Hinsicht, aber ist sie auch realistisch? http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/uber-uns/gwo-in-3-min/

Der Ökonom Tomáš Sedláček (“Die Ökonomie von Gut und Böse”), der die komplizierten Mechanismen einfach und prägnant in seinem Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ auf den Punkt gebracht hat, versucht das Böse zu erklären, indem er meint, dass auch Egoisten so tun, als ob sie keine Egoisten wären. Anders gesagt, niemand will gerne der Böse sein, aber dennoch existieren sie. Mehr als einmal erklärt er die wirtschaftlichen Zusammenhänge anhand bekannter Geschichten aus der Bibel, so zum Beispiel von den mageren Jahren, die auf die fetten reichen Jahre folgen, in denen es allerdings verabsäumt wurde für die schlechten Zeiten hätte entsprechend vorzusorgen.

Aber auch auf der Seite der vermeintlich Guten ist alles nicht alles so wie es scheint. NGOs, die sich bekanntlich sehr schnell gruppieren, bestehen nur aus Menschen und brauchen Führungskräfte. Und diese haben dieselben menschlichen Schwächen und sind denselben Versuchungen ausgesetzt wie die Politiker, die sie anprangern.

Felbers Rezept gegen die Versuchung besteht darin, nach dem Intellekt zu entscheiden. Immerhin neige der Mensch ja von Natur aus zu einem gesunden Sozialverhalten und weniger zu Egoismus. Er selbst höre im Zweifelsfall immer auf da, was sein Herz ihm rät.

Was bleibt?
Alle der drei Geladenen versuchten sich so gut wie möglich sowie witzig und geistreich zu präsentieren, was Ihnen zum Großteil auch sehr gut gelang, wenn es auch zuweilen etwas angestrengt wirkte und am Wesentlichen vorbei führte. Denn eine Antwort auf die Frage wurde nicht gefunden.

Am ehesten kann man noch dem altehrwürdigen Fürsten eine gewisse Leichtigkeit, Ehrlichkeit und Nonchalance attestieren. Die Weisheit des Alters scheint es wohl zu sein, die ihn gelassener und entspannter an das komplexe Thema herangehen lässt ohne seine Wortmeldungen mit Zitaten und Anlehnungen (vor allem Hajek) von Wirtschaftswissenschaftern und anderen klugen Köpfen zu schmücken.

In dieser Hinsicht fiel besonders der durchaus sympathische Attac-Sprecher Christian Felber auf, der dennoch seine Rebellenattitüde und marxistischen Ansätze nicht verbergen konnte. So zum Beispiel als er davon sprach, dass die Reichtümer besser verteilt werden müssten: Eine der Forderungen der Attac besteht darin, dass die Wohlhabenden und Besitzenden durch einen „gerechten Beitrag“, d.h. einem Fünftel ihres Besitzes, die Schulden tilgen mögen. Dabei beruft er sich auf eine Studie der Boston Consulting Group, die besagt, der einzige Ausweg aus dem Dilemma wäre die Enteignung der privaten Vermögen, immerhin geschätzte 18 Billionen Euro. Mit nur einem Drittel davon wäre das Schuldenproblem schon gelöst.

Einer der interessierten Zuhörer im Publikum war auch Georg Reichlin- Meldegg, Philanthrop und Kämpfer für eine bessere Welt, der demnächst die Petition “Citizens` Initiative for the United Nations SOS – Save Our Souls“ einbringen möchte. Er sieht die verstärkte Diskussion um die Gemeinwohl-Ökonomie und mediale Aufbereitung der Krisen-Problematik positiv und als Kick-off für einen Veränderungsprozess, der unumgänglich ist. „Heute trafen sich drei Generationen und gleichzeitig prallten drei Zeitformen aufeinander – Karl Schwarzenberg repräsentiert die Vergangenheit, der Banker Thomas Sedlacek die Gegenwart und Attak Gründer Felber die Zukunft. Damit ist alles gesagt.“

Es ist meiner Meinung nach allerdings zu bezweifeln, dass die Gemeinwohl-Ökonomie die Entscheidungsträger wird überzeugen können. Das Problem damit ist unter anderem, dass es dem Grundprinzip, das die westliche Welt groß gemacht hat, widerspricht. Subsistenzwirtschaft, also nur so viel anzuhäufen wie man zum Überleben braucht, erinnert an das „von der Hand in den Mund“ – Prinzip der Ureinwohner. Es ist mit einem modernen Staat, das den Fortbestand der Zivilisation auf der Basis von Fortschritt sichern will nur schlecht vereinbar.

Eines bleibt unbestritten, ein Richtungswechsel ist dringend notwendig. Und wenn es uns wirklich gelingt, die Reichtümer besser zu verteilen und gerechter damit umzugehen, kommen wir wohl alle in den Himmel. Auch wenn das für die bislang Begüterten, die Hölle auf Erden bedeuten dürfte.

Orange Missernte

Ein schönes Land, aber ein raues Klima für Orangen
© Denise Aichelburg

Am 22. Mai vor 7 Jahren wurde Peter Westenthaler zum Parteiobmann des BZÖ bestellt. Und was macht er heute im verflixten siebenten Jahr? – Er hält sich immer noch tapfer im Sessel, inzwischen allerdings nur mehr als Stellvertretender Klubobmann. Dazu möchte ich hier einen kurzen bissigen Kommentar veröffentlichen, den ich in meiner Zeit als Webredakteurin im Jahr 2006 verfasst hatte. Viel Spass beim Lesen!
(Ich darf hinzufügen, dass ich grundsätzlich nichts gegen diese Partei habe und man eine ähnlich bissige Story über jede österreichische Partei hätte schreiben können. Weitere Polit-Kommentare folgen also in Kürze.) 

Orange Missernte
Ein ironischer Rückblick auf die Geschichte einer österreichischen Partei

Ein satter, prächtig blühender Orangenhain, der sich über das ganze Land ausbreitet, hätte es werden sollen. Einen reißenden Absatz der Orangenfrüchte hatte man sich erwartet. Aber es kam anders.

 Weder in der Steiermark, weder im Burgenland, noch in Wien konnten die Orangen erblühen. Die empfindlichen Pflänzchen wollten einfach nicht gedeihen. Ob das nun an der Sorte (falsche Kandidaten), der ungünstigen Hanglage (falsche Themen) oder an dem rauen Klima (wer braucht schon das BZÖ?) liegt, können auch die Experten nicht so genau sagen. Es werden wohl alle diese Faktoren eine Rolle gespielt haben.

 Begonnen hatte die Misserfolgsgeschichte im Frühjahr dieses Jahres. Orange sei stark im Kommen, hieß es damals. Es herrschte regelrecht eine orange Euphorie. Orange und Orangen, wo man hinschaute. Die Ernüchterung kam spätestens im kalten und verregneten Sommer, als sich die Umfragewerte für die orange Bewegung alles andere als freundlich zeigten.

 Hektisch wurde überlegt, wo man die Bäumchen wohl am besten anpflanzen sollte, und wo man es besser bleiben lassen sollte, weil der Boden für Orangen nicht geeignet sein könnte.

 In der Steiermark fand die Probe aufs Exempel statt. Ein Fehler! Die Ernte war schlecht. Die Orangen schmeckten den Leuten nicht. (Der Einzug in den Landtag blieb verwehrt.)

 Im Burgenland war man dann schon klüger und versuchte erst gar nicht, diese unreifen Früchte an den Mann bringen zu wollen. Lieber warten, das Land brach liegen lassen, und es in fünf Jahren noch mal probieren, lautete die Devise.

 Und dann Wien: „Nicht besonders“, kommentierte Orangenzüchter Dolinschek das Abschneiden am Wiener Markt. „Nicht entscheidend“, relativiert Oberorangenzüchter Jörg Haider die kaum vorhandene Nachfrage in Wien und setzt nun auf neue Sorten bzw. Personalumbesetzungen.

 Den einstigen Supermandarinen-Züchter Westenthaler überrascht das Ergebnis ebenfalls nicht. Er meint, man hätte man es hier erst gar nicht probieren sollen. Inzwischen hat die Westenthaler-Mandarine einem immensen Skandal ausgelöst, nachdem bekannt wurde, dass diese bösartige Allergien auslösen kann. Über die Restbestände wurde Quarantäne verhängt, ob diese Sorte je wieder in den Verkaufsregalen zu sehen sein wird, ist zu bezweifeln.

 Die einzige Hoffnung der Orangenhändler ist nunmehr die Ernte im Herbst, die  bundesweit für Ertrag sorgen soll, um so die Ausfälle durch die Missernten der letzten zwei Jahre zu kompensieren.

 Als „einen schwarzen Tag“ für die orange Bewegung bezeichnet der Sprecher des Orangenbündnisses den vergangenen Sonntag. Da hilft auch kein Hoffen auf Kreuzungsversuche mit dem Ziel einer Sammelbewegung. Weil es gibt nichts mehr, das man sammeln könnte. Außer ein paar verfaulten Orangen.

 

Journalismus – was, wer, wo, warum?

Journalismus ist eine schriftstellerische Tätigkeit, für Printmedien, Rundfunk- und TV, die dazu dient, über Ereignisse, Vorfälle und Hintergründe zu informieren. Der Journalismus soll einen Ausschnitt der Realität vermitteln und gleichzeitig globale Zusammenhänge erkennen und erklären.

Klassische Definition. Aber vielleicht nicht die ganze Wahrheit! Denn in unserer Konsumgesellschaft gibt es noch eine anderen wichtigen Aspekt journalistischer Arbeit: Den Marktwert der Information. Diese muss nicht nur korrekt und gut recherchiert, sondern vor allem knallig, knackig verpackt und aufregend inszeniert sein. Wie auch immer man darüber denken mag, letztendlich dreht sich auch im Nachrichtengeschäft alles nur ums Geld. Selbst die großen Nachrichtenagenturen wie Reuters, AFP, DPA usw. sind längst nicht mehr reine Informationslieferanten. Denn jede Minute gibt es weltweit so viele Ereignisse und Vorfälle, dass auch im so genannten Informationszeitalter Vieles an der „Welt“ vorübergeht, ohne dass sie davon Notiz nimmt. Was die „Welt“ erfährt, ist das, worüber die wichtigen Tageszeitungen wie die New York Times, Die Zeit, Prawda oder auch die großen TV-Sender wie CNN, NBC, BBC oder die ZIB 2 usw. berichten. Und diese machen ihren Job eigentlich sehr gut.

Natürlich, wenn man  eine derartige Aussage tätigt, hagelt es wahrscheinlich im nächsten Moment schon an Protesten, denn einige Interessensgruppen wie z.B. NGOs fühlen sich von den Medien generell stiefmütterlich behandelt. Doch die Relevanz von Neuigkeiten ist nun einmal eine demokratische Angelegenheit, die sich aus dem ergibt, was die Mehrheit der Menschen interessiert. Verkaufszahlen bestimmen die Auflagen, Werbezeiten das Budget der Rundfunkanstalten. Es ist Aufgabe des Journalisten aus der Informationsflut heraus zu filtern, was relevant ist. Das ist für den einzelnen Reporter oft ein ganz automatischer Prozess, schließlich arbeitet er zumeist in einem System, das vorgibt, was berichtenswert ist. Ob Print, Radio, TV oder Internet, diese Instanz ist fast immer der Chefredakteur. Dieser hat durch jahrelange Erfahrung ein Gespür dafür entwickelt, was die Menschen interessiert. 

Nachrichtensendungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn die Welt, in der wir leben, wird immer komplexer. Wir verstehen sie oft nicht, wir verstehen nicht, warum gewisse Dinge geschehen, vor allem, wenn sie negativer Natur sind. Aber es ist beruhigend, zumindest ansatzweise einen Überblick zu bewahren. Diesen gewähren uns die Journalisten. Und die können gar nicht gut genug sein!

Woran man einen guten Journalisten erkennt

 Er oder sie ist vor allem eines: Unglaublich neugierig! Und diese im Idealfall angeborene Neugier und Wissbegierigkeit geht Hand in Hand mit einer großzügigen Portion Hausverstand, schriftstellerischem Talent und Disziplin. Fundiertes Allgemeinwissen und Fremdsprachenkenntnisse sind ebenso unerlässlich wie die Fähigkeit, sich an Gesprächspartner mit verschiedenstem kulturellem und sozialem Hintergrund anzupassen. Provokation ist erlaubt, solange sie sich im Rahmen des Höflichen abspielt. Geduld ist nicht nur eine Tugend, sondern zahlt sich für den Journalisten fast immer aus.

Des Weiteren punktet er durch seine Unbestechlichkeit: Trotz manch elitärer Kontakte, über die ein Journalist verfügt, sollte er niemals seine Unabhängigkeit aufgeben, indem sein Wohlwollen käuflich wird.

Ein Journalist darf auch ein Star sein. Was wäre CNN ohne Richard Quest und die zahlreichen Anwärter auf seinen Thron? Jedes Land hat seine Starjournalisten. Ihre Meinung zählt fast genauso so sehr wie die anderer VIPs aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kunst. Sie dürfen nur niemals den Fehler begehen und ihre persönliche Meinung während ihrer Arbeit durchblitzen lassen. Während eines Interviews ist Objektivität die oberste Regel! Durch nüchterne aber strategische Fragestellung erweist der Journalist dem Publikum den größten Dienst, denn der Interviewpartner entblößt sich selbst, wenn er ethisch verwerfliche Aussagen tätigt. Da bedarf es keines zweideutigen Kommentars oder eines verächtlichen Mienenspiels. Leser, Zuhörer oder Zuschauer fällen das richtige Urteil schon selbst!

 

 

 

 

Where broken hearts go…

Los Angeles, February 2012
© Denise Aichelburg

 My tribute to Whitney
 
The city of angels has lost one more angel: Marvellous, stunning singer Whitney Houston has died in her hotel room in Beverly Hills, Los Angeles. But the queen of the night has not stopped shining. She will live on in the memories of her millions of fans.

What a loss! Not only for everyone loving music. Even those having no sense of art and music at all, will have to admit that she was one of the the greatest singers of modern times. Her amazingly powerful voice used to make us shiver. Our every woman. However, she was by no means average. As beautiful as her voice and her looks, as tragic and dramatic was her life. Her turbulent relationship to husband Bobby Brown which left her shaken and unbalanced, her daughter being the only solid rock she could cling to, struggling so hard not to drown in the wild stormy waters of drugs, tormenting self-doubts and the yearning for love and fame.  

Rather a glitzy, shimmering lady, she has still died the death of a rock star, as a famous club of singers before her. Killed by a poisonous mix of medical pills and alcohol. Found in the bath tub. Reminds us of Jim Morrison. Like him, she will become an idol. We will always love her!