Friedensbotschaft – Nie wieder Nuklearwaffen!

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Jedes Jahr werden wir am 6. August an das Grauen erinnert, das der Abwurf der Atombomben nicht nur über der japanischen Stadt Hiroshima, sondern kurz danach auch über Nagasaki verursachte. Es ist wichtig, dass es diesen Gedenktag gibt, dass er uns mit seinen schockierenden Bildern Jahr für Jahr einholt; sie sollen Mahnung sein und Ansporn zugleich, alles in unserer Macht stehende zu tun, um die weltweite Abschaffung der Atomwaffen zu erreichen.

Es gibt unzählige Gründe, das Ende der unheilvollen Ära der Atomwaffen einzufordern, doch über allen steht die unumstößliche Tatsache: die Welt wäre ein sicherer Ort,  wenn es diese Waffen nicht mehr gäbe. Allein ihre Existenz stellt ein gewaltiges Risiko dar: die Aneinanderreihung einiger unglücklicher Umstände oder politischer Ereignisse kann diese Gefahr bereits  auslösen. Man erinnere sich nur an die Kuba-Krise oder denke aktuell an den Konflikt in der Ukraine – die schwelenden Unstimmigkeiten zwischen den Supermächten USA und Russland beschwören ein längst vergessen geglaubtes Gespenst herauf: die Angst vor einem Weltkrieg mit verheerenden Folgen; denn dieser Krieg könnte das Ende der Menschheit bedeuten.

Auch anderswo droht Gefahr; terroristische Organisationen versuchen täglich, an Nuklearwaffen zu kommen, und die unberechenbare Führung in Nordkorea macht kein Geheimnis aus ihren Ambitionen, ein Nukleararsenal anzulegen; sofern es dieses nicht schon gibt.

Vergessen wir nicht: Nuklearwaffen sind mit dem Gewissen nicht vereinbar! Jeder Schlüssel, jeder Schaltknopf, jeder Code, jeder Befehl in der Kommandokette, sind nur sichtbare Hüllen, um den Tod in ihrem nuklearen Kern zu verbergen; einen unbarmherzigen, mächtigen Tod, der alles um sich herum in seinen gierigen Schlund zieht und dabei sein tödliches Gift ausspeit. Die strahlengeladenen Bomben können jegliches Leben auf der ganzen Erde für Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, zum Erlöschen bringen. Wer Atomwaffen einsetzt, begeht Massenmord!

Im Sinne der Menschlichkeit, diesem Attribut, das wir so gerne für uns beanspruchen, das Ausdruck unserer Überlegenheit und Intelligenz als Krone der Schöpfung sein soll, im Sinne dieser Menschlichkeit sind alle Atomwaffen umgehend zu vernichten und jedwede Produktion mit sofortiger Wirkung einzustellen.

Wilde Hennen im heiligen Land

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Immer mehr Tiroler Frauen erklimmen politische Höhen

Als „wilde Henn“ wird in Tirol eine Frau bezeichnet, die draufgängerisch und etwas übermütig ist und sich einfach nimmt, was sie will. Tatsächlich sind die Frauen aus der Region Tirol inmitten der österreichischen Alpen eine Liga für sich. Die Lebensumstände der rauen Bergwelt machten sie hart und unempfindlicher aber auch stärker, selbstbewusster und in gewisser Weise emanzipierter.

Heute ist Innsbruck, die Tiroler Landeshauptstadt, im vom warmen Fönwind begünstigten Inntal gelegen und von majestätischen Bergen umgeben, die einzige (!) Landeshauptstadt der neun Provinzen bzw. „Bundesländer“ Österreichs, in der eine Frau im Bürgermeistersessel sitzt. Aber auch im äußersten Winkel Österreichs, im malerischen Osttirol, gibt es inzwischen bereits die zweite Frau Bürgermeister innerhalb von nur 20 Jahren: Das hat immer noch Seltenheitswert im sonst recht emanzipierten Österreich.

Frühe Rebellin

Ein wenig „wild“ waren die „Bergfäuleins“ ja schon immer. Als herausragendste Frauenfigur des Mittelalters gilt in diesem Zusammenhang die Tiroler Gräfin Margarete von Tirol, auch Margarete Maultasch genannt, die als Zwölfjährige von ihrem Vater zwangsverheiratet wurde. Als sie nach dessen Tod im Jahr 1335 zur Alleinerbin Tirols wurde, scheute sie auch nicht vor kriegerischen Mitteln zurück, um ihren Machtanspruch zu behaupten und vertrieb kurzerhand auch den ungeliebten Ehemann. Danach nahm sie einfach einen anderen, obwohl ihr das Probleme mit dem Papst einbrachte. Ihr Beiname „Maultasch“ zeugt davon, dass es sich um eine sehr ungewöhnliche Frau gehandelt haben muss. Einige Historiker beschreiben sie als Frau von außerordentlicher Schönheit, andere wiederum behaupten das Gegenteil, sie hätte einen missgebildeten Mund. Am wahrscheinlichsten ist, dass die edle Dame ganz einfach ein großes Mundwerk hatte und ihre eigene Meinung laut kund tat, und das war man von Frauen gerade im Mittelalter sicher nicht gewöhnt.

 Überlebenskampf

Hart war das Leben für die Tiroler Frauen allemal. Das harsche Klima mit Temperaturschwankungen von bis zu zwanzig Grad innerhalb weniger Stunden, die steilen Berghänge, die mit der Hand gemäht werden mussten, die viele Arbeit, all das sorgte dafür, dass die Tirolerinnen schwere Schicksale zu meistern hatten. Obendrein war in dieser patriarchalischen und streng katholischen Gesellschaft ganz klar der Bauer der Herr im Haus. Selbst die Bäuerin hatte nicht viel zu melden, aber zumindest etwas Macht über das Gesinde am Hof. Das schlimmste Los hatten die Mägde, die unter unsagbaren Bedingungen uneheliche Kinder auf die Welt brachten, die unter noch schlimmeren Bedingungen als Leibeigene gehalten wurden.

Trotzdem galt die Familie selbst als heilig. Denn nur durch den Zusammenhalt der Familie, das Miteinander, konnte das Überleben am Bergbauernhof gesichert werden. Wenn es nur Mädchen gab, so erbte die stärkste und tüchtigste den Hof und suchte sich einen passenden Bauer oder einfach einen kräftigen Knecht, der die schwere Arbeit übernahm. Das Kinderkriegen gehörte selbstverständlich dazu, im gebärfähigen Alter hatten Frauen im Schnitt zehn Kinder, von denen meist nur wenige das Erwachsenenalter erreichten. Noch heute sind in Bergbauerndörfen fünf Kinder ganz normal. Kinder waren wichtig, denn zu den Zeiten der Ernte oder der Maat, musste alles, was laufen konnte hinaus auf die Felder und Wiesen. Nur die Säuglinge nicht, diese wurden mitsamt der Krippe unter den Tisch geklemmt, damit sie nicht hinausfallen und sich verletzen konnten. Denn zum Aufpassen hatte niemand Zeit.

Schöne Kargheit

Auch im 20. Jahrhundert wurde das Leben der Tiroler Bergbauernfamilien nicht viel leichter. Viele Tiroler wanderten ab und zogen nach Wien um zu studieren oder in den Städten ein bequemeres Leben zu führen. Dennoch zieht es viele von ihnen früher oder später wieder zurück auf ihre Höfe in luftigen Höhen.

Das Leben am Berg birgt einen seltsamen Widerspruch von Kargheit, Entbehrung  aber auch Faszination und Schönheit in sich. Der Tiroler 59-jährige Schauspieler Ludwig Dornauer vermag genau diesen Widerspruch wundervoll in Worte zu fassen:

„Geboren wurde ich 1953 auf einem Bergbauernhof im Zillertal an einem strahlend schönen Spätherbsttag. Mein Leben als Kind auf dem Bauernhof und im Sommer auf der Alm war nicht leicht. Die Erfahrung dieses harten Lebens in meiner Kindheit und der oftmals rauhe Ton im Umgang miteinander lastet noch immer schwer auf mir. Zugleich habe ich aber auch durch diese intensiven Erfahrungen in jener Zeit eine besondere Bindung zum ,alten‘ Leben. Es hat mich geprägt. Und an die Menschen, die dieses harte Leben in unendlicher Genügsamkeit ertrugen, denke ich voller Achtung und Wehmut.“ 

Das Tiroler “Dirndl” erfreut sich national wie international immer größerer Beliebtheit. Foto: Sportalm

 Moderne Töchter

Herbe kantige Gesichtszüge, überwiegend schlanke und drahtige Körper und meist mit einem leicht gebräunten Teint, so sieht die typische Tirolerin immer noch aus. Und mit ihrer angeborenen Zähigkeit erkämpfen sich diese Frauen nun auch den ihren gebührenden Raum in Politik und Wirtschaft.

Eine davon ist die 46-jährige Elisabeth Blanik, eine zierliche, blonde und attraktive Architektin und seit nunmehr einem Jahr auch Frau Bürgermeister der 12.000 Einwohner großen Sonnenstadt Lienz. Alles andere als ein Neuling in der Politik, ist sie schon seit 2003 Abgeordnete zum Tiroler Landtag, einer Art regionalem Parlament. Und auch im Stadtamt selbst hat sie reichlich Erfahrung, nachdem sie schon seit März 2004 die Stellung der zweiten Bürgermeister-Stellvertreterin inne hatte.

Dass es ihr gelang in der patriarchalisch geprägten politischen Gipfeln Tirols durchzusetzen, zeigt, wie selbstbewusst die Frauen Tirols mittlerweile sind. So gibt es heute immerhin schon zehn Frau Bürgermeisterinnen, während es noch vor einigen Jahren nur zwei waren.

Blaniks Vorgängerin und die allererste Bürgermeisterin Tirols überhaupt, war die Geschäftsfrau und Mutter dreier Kinder Helga Machne, die ganze neun Jahre im Chefsessel der “Liebburg”, des Lienzer Rathauses, saß und schließlich auch in den Nationalrat, das österreichische Parlament, nach Wien entsendet wurde.

Fast noch berühmter, wenn auch nur für kurze Zeit, wurde eine weitere Lienzerin, die damals 38-jährige Verena Remler, die 2010 auserwählt wurde, als “Staatssekretärin für Familie”, vergleichbar mit einem Ministerposten, in die Regierung einzuziehen.

Leider wurde sie im Zuge einer Regierungsumbildung aufgrund schlechter Beliebtheitswerte des Kanzlers als “Bauernopfer” dargeboten, mit dem Ergebnis, dass man die junge Tirolerin aus dem Wiener Intrigenstadel wieder heim schickte. In ihrer Funktion wirklich aktiv zu werden, dafür hatte die Juristin in den sechs Monaten kaum eine Möglichkeit. Sie ist allerdings weiterhin als Abgeordnete zum Tiroler Landtag tätig und wartet auf ihre nächste große Chance.

Allen diesen Tiroler Polikerinnen liegen insbesondere die alten Menschen und die Kinder am Herzen. Vor allem der Ausbau einer ganztätigen Kinderbetreuung ist dringend notwendig, sind doch bereits 59% der Tiroler Mütter von Kindern im Kindergartenalter berufstätig.

Die Lebensqualität in der Dolomitenstadt Lienz ist eine der höchsten in ganz Österreich. Auch wenn die Löhne um ein Viertel niedriger sind als in den Städten, vor allem in Wien, reicht es doch zum Leben, da die Lebenshaltungskosten wie Miete und Lebensmittel ebenfalls kürzer ausfallen. Da bleibt sogar noch etwas für die Freizeitsgestaltung übrig. Denn das Urlaubsparadis liegt ja direkt vor der Tür. Die Berge und Seen locken im Sommer, während der Winter zum Skifahren und zahlreichen anderen Sportarten einlädt, die hier kostengünstig ausgeübt werden können. Die kleinen Tiroler Buben und Mädchen stehen schon auf den Skiern bevor sie Radfahren können und wachsen mit der Natur und viel Bewegung auf.

Wen überrascht es da, dass die Ehefrau des Moskauer Bürgermeisters Elena Baturina sich sofort in die Tiroler Berge verliebte und sich auch beruflich dort engagieren wollte. Im Nobelskiort Kitzbühel ließ sie das prächtige Grand Tirolia Hotel( http://www.grand-tirolia.com/de/willkommen ) erbauen, das noch mehr zahlungskräftige Klientel vor allem aus Russland anzieht und damit direkt und indirekt zahlreiche wichtige Arbeitsplätze schuf.

Letzteres ist in Tirol von entscheidender Bedeutung, wo doch ca. 18% der erwerbstätigen Bevölkerung in der Tourismusbranche tätig ist.

Somit verdient sich Baturina ebenfalls einen Platz in den Rängen der „wilden“ Frauen des Landes.  

 

 

Prometheus: Im Weltall nichts Neues

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Eine Filmkritik

Eines vorweg, der neueste Science Fiction-Horror Blockbuster von Ridley Scott ist alles andere als einschläfernd. Wissenschafter finden in Irland mysteriöse Inschriften, die es weltweit an voneinander unabhängigen Orten gibt und die einer Einladung aus dem All gleichkommen: Die Ingenieure, die angeblichen Schöpfer der Menschen, laden genau diese ein in den entferntesten Winkel des Universums zu kommen.
Ein unterhaltsames Kinoerlebnis ist somit garantiert, sofern der Zuschauer sich zurücklehnt, die 3D Brille aufsetzt und nichts mehr hinterfragt. Die einen wird wohlige Gänsehaut überkommen, die anderen werden mit einem flauen Gefühl im Magen das Kino verlassen, doch eines wird der Film kaum auslösen: Alpträume. Denn die hatten wir alle schon einmal. Alle Monster und Schocksequenzen haben wir schon einmal gesehen. Wir haben uns alle schon zigfach von Aliens in allen Variantionen erschreckt, vom „Ding aus einer anderen Welt“ geekelt, waren von wahnsinnigen Zombieangreifern schockiert und von der befremdlichen „2001- Odyssee im Weltraum“ aufgewühlt.  

Die Geschichte über eine kleine Gruppe von Wissenschaftern, die von der mächtigen Weyland Corporation auf den fernen Mond  LV 233 geschickt wird, um dem Ursprung der Menschheit auf den Grund zu gehen, vereinigt zahlreiche Elemente bekannter Horror und Science Fiction Klassiker. Nicht überraschend, nachdem sich der Film ja als Alien-Prequel versteht. Doch ist es nicht nur die glibbrige, von H.R. Giger geschaffene, grauenhafteste Kreatur der Kinogeschichte, die uns hier begegnet, die Drehbuchautoren bescheren uns auch einige andere Deja Vus.  Zum einen den Androiden, perfekt besetzt mit dem kühlen, unnahbar wirkenden Michael Fassbender, der zwar nicht in seine Einzelteile zerfällt aber zumindest seinen Kopf verliert und weißes Blut hat. Zum anderen die tapfere Heldin Elisabeth Shaw, beeindruckend gespielt von Noomi Rapace, die sich minutenlang in Unterwäsche durchs Bild schleppt, und nicht nur dabei stark an Signourey Weavers mutige Offizierin Ellen Ripley erinnert. Auch das Hollogram, das die Bodenstation der Ingenieure darstellt und in dem alle Lebewesen als rote Punkte angezeigt werden, kommt aus den frühren Alien Filmen bekannt vor.
In „Prometheus“ findet die Crew während ihrer ersten Expedition statt der schleimigen Eier, aus denen die aggressiven Facehugger krochen, nunmehr vasenähnliche Gefäße mit einer schwarzen Flüssigkeit, die ein bisschen wie eingedicktes Erdöl aussieht. Eine versteckte Botschaft? Denn als die Flüssigkeit austritt, wird dadurch der Boden verseucht und entwickeln sich gleichsam wie ein Geschwür echsenhafte, bösartige Aliens.

Einige Szenen und Einstellungen scheinen überflüssig, weil weder spannend noch informativ. Andere wiederum entbehren jeder Logik. So zum Beispiel in einem der sadistischen Höhepunkte des Films, als die Wissenschafterin Shaw erfährt mit einem Alienembryo schwanger zu sein. Ihr Freund hatte vor dem Liebesspiel unwissend von der schwarzen Flüssigkeit getrunken, die der neugierige Android an Bord gebracht hatte. Da trifft es sich gut, dass Konzernsprecherin Meredith Vickers ihr eigenes vollautomatisisertes High-Tech-OP-Bett in ihrer Kabine hat, welches sie Miss Shaw zuvor stolz präsentiert hatte. Doch warum ist dieses dann nur für Operationen von männlichen Patienten programmiert? Shaw löst das Problem, indem sie den Befehl für eine OP zur Entfernung eines Fremdkörpers aus ihrem Bauch gibt. Erstaunlicherweise vermag der medizinische Roboter nun auch die Nabelschnur zu erkennen und diese problemlos durchzuschneiden, gerade noch rechtzeitig bevor….

 „In der Wüste ist nichts. Kein Mann braucht Nichts.“ Lawrence von Arabien

Zu Beginn des Films erfährt man, dass der Android David, der übrigens nicht nur die Frisur von Peter O’Toole kopiert, sondern auch David Bowie recht ähnlich sieht, sich gerne den Klassiker ”Lawrence von Arabien” ansieht.
Warum aber ausgerechnet dieses Zitat aus „Lawrence von Arabien“ bedeutungsschwanger eingeblendet wird, ist eine der vielen Fragen, die man sich stellen könnte. Schließlich gibt es im Weltall ja allerhand. Vielleicht ist mit „Nichts“ die fehlende Antwort auf das große Rätsel der Menschheit gemeint. Denn im Weltall findet sich diese nicht. Zumindest nicht jene, die die Prometheus zu finden gehofft hatte. Eine Fortsetzung des Films ist demnach nicht nur aufgrund der beeindruckenden Einspielergebnisse wahrscheinlich.
Ridley Scott wird sich hoffentlich noch ein paar originellere Antworten einfallen lassen. In Hollywood ist doch alles möglich.

Quo vadis, Austria?

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Führt der ESM, der krampfhafte Versuch das Projekt Euro am Leben zu erhalten, geradewegs in den Hades? Und was hat Frank Stronach damit zu tun? 

20 Milliarden Euro kostet uns die ESM-Teilnahme, die zum Horrotrip werden könnte                     © D. Aichelburg ( Tate Gallery London, Damien Hirst’s “diamond skull”

Eine turbulente Woche geht dem Ende zu. Besonders die Teilnahme am umstrittenen Euro-Stabilitätsmechanismus, ESM, welche die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP mit Hilfe der Grünen beschlossen haben, vermochte die Gemüter noch mehr zu erhitzen als sie es angesichts der momentanen Hitzewelle ohnehin schon sind. Und dann war da der ungewöhnliche Auftritt des Multimilliardärs Frank Stronach in der Nachrichtensendung ZIB 2, der nach knapp zwei Tagen bereits Kultcharakter genießt (siehe http://m.youtube.com/watch?gl=US&hl=en&client=mv-google&v=11xK-GK3VBI ). Der Gründer des Autozulieferkonzerns Magna warnte vor dem ESM und plant die heimische Politik aufzumischen.

Es ist schon einige Zeit her, dass ein TV-Interview eines österreichischen Politikers – ja, Politiker, denn immerhin spielt der Industrielle offen mit dem Gedanken eine eigene Partei zu gründen – solch heftige Kontroversen ausgelöst hat. Nur die Auftritte des ehemaligen FPÖ und späteren BZÖ-Spitzenpolitikers und Kärnter Landeshauptmannes Jörg Haider, polarisierten in ähnlichem Ausmaß.

Doch am Austro-Kanadier Frank Stronach, der nachdem er in jungen Jahren nach Kanada ausgewandert war, mit Magna ein globales Konzerimperium geschaffen hatte, scheiden sich die Geister. Von unkonventionell und erfrischend bis arrogant und selbstherrlich reichen die Urteile.
Dass es der Industrielle nicht gewohnt ist, nach jemand anderes Pfeife zu tanzen, zeigte sich gleich zu Beginn des Live-Interviews im Rahmen des ORF-Nachrichtenformats ZIB 2, als der geladene Gast Stronach die Journalistin Lou Lorenz gar nicht zu Wort kommen ließ und die Anmoderation gleich selbst übernahm. Er war offensichtlich empört über einen Beitrag, der ihn mit einem Wutpolitiker verglich und ging in die Offensive. Das war weder höflich noch charmant aber gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass er nicht bereit ist nach den vom ORF vorgegebenen Regeln zu spielen. Die in der hiesigen Medienlandschaft übliche „Fang-das-Stocki-und-bring-es-zurück“-Philosophie, die bei Interviews mit Politikern angewandt wird, ist langweilig geworden. An Standardphrasen dreschenden Politikern hat sich der österreichische TV-Konsument satt gesehen, insofern war der Ansatz von Frank Stronach erfrischend anders. Und wenn er sagt, er ist bereit sein Geld auszugeben, damit die österreichische Bevölkerung die Wahrheit erfährt und ein faire Politik bekommt, ist das sein gutes Recht, auch wenn es leicht überheblich klingen mag. Obwohl, welche Vergleichsmöglichkeiten gibt es schon? Wieviele österreichische Mutimilliardäre sind denn bereit sich für die Österreicher einzusetzen, wollen dafür kein Geld aus der Staatskasse aber wenden ihr Eigenes auf und sehen die Politik nicht als Karriereleiter? 

Kann sein, dass sich erfolgreiche ältere Herren gerne in den Vordergrund stellen, aber vor allem auch um den jüngeren Generationen etwas von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung weiterzugeben. Auch wenn der Wunsch nach Selbstprofilierung nicht gänzlich zu verleugnen ist, handelt dieser Mann in erster Linie aus Überzeugung und dem Streben etwas zum Besseren zu wenden. Ist das so schwer zu glauben?

Die Sager des Herrn Stronach, dem die aalglatte Zunge der meisten Politiker fehlt – nicht zuletzt aufgrund der sprachlichen Entfremdung infolge der langen Zeit in Amerika – will ich hier gar nicht im Detail kommentieren, denn das geht am Eigentlichen vorbei. Analysen dessen finden sich dieser Tage ohnehin zuhauf in der Blogosphäre und sonstigen Medien. 

Vielmehr stellt sich folgende Frage: Was, wenn Herr Stronach, dem niemand eine profunde Erfahrung in der Wirtschaft absprechen kann, Recht hat, und Europa ins Verderben läuft? Seine Argumentation ist klar nachvollziehbar: Kein Geschäftsmann würde weiter massiv Geld in ein Projekt pumpen, das defizitär ist, und damit noch mehr Schulden anhäufen. Schulden, von denen niemand weiß, wie sie jemals zurückgezahlt werden sollen. Oder hat die EZB einen Plan B parat, der vorsieht im schlimmsten Fall analog zu den USA die Gelddruckmaschine anzuwerfen. Doch dieser Weg endet in massiver Geldentwertung und anderen negativen Nebenwirkungen mit nicht weniger dramatischen Folgen als den Schreckensszenarien, die diverse Studien über eine Rückkehr der Euroländer zu ihren Nationalwährungen prophezeien.

Stronach steht mit seiner Meinung bei weitem nicht allein da. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpfte bis zuletzt wie eine Löwin gegen die gemeinsame Schuldenunion und wurde schlussendlich gezähmt. Renommierte deutsche Blätter wie zum Beispiel “Die Welt” beäugen den ESM ebenfalls kritisch. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article107621215/Dieser-ESM-ist-ein-Putsch-gegen-das-Grundgesetz.html )

Warum also pulvern wir weiter horrende Geldsummen in ein schwarzes Loch, das uns am Ende zu verschlingen droht?
Es ist noch nicht zu spät die Notbremse zu ziehen und umzukehren, auch wenn der Weg zurück mühsam wird.

Seien wir ehrlich! Wie viele Rettungspakete sind in den letzen zwei Jahren beschlossen worden? Vier oder fünf? Und jedes Mal glaubten wir es wäre das letzte.

Eines steht in Bezug auf den ESM fest: Dass alle mitmachen, bedeutet noch lange nicht, dass man das Richtige tut. Wir wollen nicht wahrhaben, was gerade zum vierten oder fünften Mal bewiesen wurde: verschieden starke Volkswirtschaften lassen sich nicht zwanghaft unter einen Deckel pressen.

Vielleicht ist es gerade ein Industrieller und Noch-Nicht-Politiker wie Stronach, der uns die Augen öffnen kann. Denn den Berufspolitikern fehlt dazu die nötige Objektivität.

Within you

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© Denise Aichelburg

Ihr Herz pochte bis zum Hals, unaufhörlich, immer heftiger. Nur ganz langsam schritt sie die Stufen zum Eingang der Konzerthalle empor, um Zeit zu haben einige Male tief Luft zu holen. Mit jedem Atemzug, mit dem sich ihre Lungen füllten, wurde das Kribbeln weniger, lockerte die Nervosität ihre Umklammerung. Spürbar gelassener betrat sie die Eingangshalle und sah sich um.

Plötzlich spürte sie, wie jemand ihr rechtes Schulterblatt berührte, und dann sanft mit dem Finger ihre Wirbelsäule entlang fuhr. Ein leichter, kühler und doch angenehmer Schauer lief ihr über den Rücken, und ganz automatisch drehte sie sich zur Seite. Aber er stand schon vor ihr, ganz plötzlich, und nahm ihr Gesicht in beide Hände, sodass seine großen Handflächen ihre Wangen bedeckten. Seine Daumen berührten ihre Lippen, da zog er sie zu sich und küsste sie forsch und dennoch zurückhaltend, schließlich waren sie nicht allein.

‘Mein Liebling, wie wunderbar Du aussiehst’, sagte er nachdem er einen Schritt zurück getreten war und sie ansah. Sie musste lächeln. Ihre Augen fanden sich, ihre Blicke lockten ineinander und alles um sie herum verschwand, war nicht mehr wichtig, es gab nur sie beide und das, was sie verband. So vertraut, vertrauensvoll aber auch verwundbar. Er nahm ihre Hand und geleitete sie durch die Menge bis zum Aufgang. Sie blieb dicht hinter ihm, immer noch schwebend, wie hypnotisiert, so groß war das Glück, das sie empfand. Er fühlte es ebenfalls, fühlte eine solche Kraft, dass er glaubte, mit ihr bis zum Mond empor steigen zu können, hinauf und immer weiter, ein Stockwerk nach dem anderen. Er würde sie hinauftragen zum Mond, und dort läge sie in seinen Armen und nie wieder ließe er sie gehen. Allein der Gedanke sich von ihr zu trennen schmerzte und brachte ihn zurück in die Realität. Aber diese war heute schön wie in einem Traum, welch’ glanzvoller Abend, welch’ wunderschöne Momente, die ihnen vergönnt waren.

Sie nahmen ihre Plätze ein, ganz vorne am Balkon. Sie wechselten ein paar Worte, nickten ihren Sitznachbarn zu, sahen sich an. Die Geräuschkulisse verstummte allmählich, und die ersten Klänge der Musik vertrieben die letzten bösen Gedanken, der Geist war rein und offen für das, was kommen sollte. Ein Genuss der Sinne, der sich zusammen mit ihr, seinem Engel, in unerschwingliche Höhen schraubte. Das Leben war gut zu ihm.
Im Takt der Musik streichelte er die Unterseite ihres Arms, die Haut so zart wie Seide, und schließlich nahm er ihre Hand, legte sie in seine Hände, umfasste sie, schloss sie ein, spürte ihre Wärme und gab seine zurück.
Wie wohl sie sich fühlte, wie sehr dieser Mann sie anzog, wie sehr sie bei ihm sein wollte, jeden Tag, jede Stunde. Das Leben war nicht genug, dachte sie manchmal, die Zeit, die ihnen bleiben sollte, nicht ausreichend, um das, was sie mit ihm teilen wollte, auszuleben.
Doch niemals hätte sie damit gerechnet, ihn zu verlieren. Niemals hätte sie auch nur geahnt, was kommen würde.

Die Ökonomie von Gut und Böse oder Wenn wir brav sind kommen wir alle in den Himmel

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Graue Wolken hängen bedrohlich auch über der größten österreichischen Bank
© Denise Aichelburg

Nach Griechenland erreichen die unheilvollen, schwarzen Sturmwolken des Krisentiefs nun auch Spanien. http://edition.cnn.com/2012/06/10/business/spain-aid-questions-remain/index.html?hpt=hp_c2
Der Euro-Rettungsschirm ist die letzte Hoffnung. Angesichts dieser desaströsen Entwicklungen stellt sich einmal mehr die Frage, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte. Dieses Thema wurde Anfang März im Rahmen der Alpbach Talks unter dem Titel „Die Ökonomie von Gut und Böse vs. Ein Weg zur Gemeinwohl-Ökonomie“ erörtert.

Es war eine illustre Runde, die sich aus diesem Anlass auf dem Podium des mehr als gut gefüllten Redoutensaals der Wiener Hofburg eingefunden hatte: Ein Minister, der Chef einer Großbank und ein Rebell diskutierten über einen möglichen Weg aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, sofern es diesen überhaupt gibt. Christian Felber, Mitbegründer und Sprecher von Attac Österreich, Karel Schwarzenberg, Außenminister der Tschechischen Republik und Tomáš Sedláček, Chefvolkswirt der Československá obchodní banka (ČSOB) lieferten einem aufmerksamen Publikum einige Weisheiten aber auch viele Plattitüden. Von diesen hier ein kleiner Ausschnitt:

Es gibt sie noch, die Fragen, auf die auch der Klügste keine Antwort weiß: Gibt es einen Ausweg aus der Finanzkrise? Ist der auf Wachstum basierende Kapitalismus endgültig zu verurteilen oder war er doch der richtige Weg und wir haben uns nur leicht verirrt. Ist die Marktwirtschaft nun gut oder böse? Und im welchen Verhältnis dazu steht die Natur des Menschen?

“Kein Baum wächst in den Himmel“, meinte der tschechische Außenminister Fürst Karl Schwarzenberg gleich zu Beginn. Als Forstwirt wisse er nur zu gut, dass auch der höchste Baum irgendwann faul werde oder absterbe. Darum sei der blinde Glaube an ewiges Wachstum ein grober Fehler. Zwar gab es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stetiges robustes Wachstum in Europa. Aber damit ist es heute vorbei. Nun sind es Länder wie China, die uns überholen. Vor allem auch deshalb, weil sie fleißig waren, während wir uns aus auf dem, was unsere Großeltern aufgebaut hatten ausruhten und es verabsäumten in Kernbereiche wie Forschung und Entwicklung, den Grundpfeilern für nachhaltiges Wachstum, zu investieren. Mittlerweile meldet China Patente wie am Fließband an und lässt Europa dabei weit hinter sich.

Auch sei die Krise das Resultat von mangelndem Verantwortungsbewusstsein: „Den jährlichen Sommerurlaub am Mittelmeer sehen wir ja bereits als unser Naturrecht an.“ Und die passende Rechtfertigung hätten wir auch gleich parat: „Wer konsumiert, belebt die Wirtschaft und erhält damit den Wohlstand“.

Der Moralverfall sei ein weiterer nicht vernachlässigbarer Aspekt. Früher war es der Bankier, dem man sein Vermögen oder Erspartes anvertraute, heute sind es die Banker, die mit den Zahlen jonglieren. Je salopper die Bezeichnung des Berufstands, desto verantwortungsloser wurde der Umgang mit dem Geld. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt in der mangelnden Erfahrung der meist jungen Banker, die noch keine Angst kennen.

Wer ist also Schuld an der Krise? Wer sind die Bösen?
Laut Attac-Sprecher Felber sind es nicht die Menschen, sondern die Systeme. Unser Wirtschafts- und unser Gesellschaftssystem haben uns gelehrt, dass Egoismus belohnt wird. Es werden die falsche Werte propagiert, was dazu führt, dass wir mittlerweile nicht nur einer mit Finanz- und Stabilitätskrise, sondern mit einer Demokratiekrise konfrontiert sind. 90% der Österreicher wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung, in der dem Umweltschutz und der sozialen Ausgleich in der Gesellschaft mehr Platz eingeräumt wird, so eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. http://diepresse.com/home/politik/eu/588514/Oesterreicher-wollen-eine-neue-Wirtschaftsordnung. 

Das von ihm propagierte Prinzip der Gemeinwohlökonomie sieht vor nur so viel zu konsumieren wie zum Leben benötigt wird. Dadurch ist ein nachhaltiges Überleben aller Menschen mit einem gewissen Maß an Wohlstand möglich. Das hieße aber auch die Industrie müsse weniger produzieren und nicht auf steigende Gewinnzahlen ausgerichtet sein. Eine schöne neue Welt in positiver Hinsicht, aber ist sie auch realistisch? http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/uber-uns/gwo-in-3-min/

Der Ökonom Tomáš Sedláček (“Die Ökonomie von Gut und Böse”), der die komplizierten Mechanismen einfach und prägnant in seinem Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“ auf den Punkt gebracht hat, versucht das Böse zu erklären, indem er meint, dass auch Egoisten so tun, als ob sie keine Egoisten wären. Anders gesagt, niemand will gerne der Böse sein, aber dennoch existieren sie. Mehr als einmal erklärt er die wirtschaftlichen Zusammenhänge anhand bekannter Geschichten aus der Bibel, so zum Beispiel von den mageren Jahren, die auf die fetten reichen Jahre folgen, in denen es allerdings verabsäumt wurde für die schlechten Zeiten hätte entsprechend vorzusorgen.

Aber auch auf der Seite der vermeintlich Guten ist alles nicht alles so wie es scheint. NGOs, die sich bekanntlich sehr schnell gruppieren, bestehen nur aus Menschen und brauchen Führungskräfte. Und diese haben dieselben menschlichen Schwächen und sind denselben Versuchungen ausgesetzt wie die Politiker, die sie anprangern.

Felbers Rezept gegen die Versuchung besteht darin, nach dem Intellekt zu entscheiden. Immerhin neige der Mensch ja von Natur aus zu einem gesunden Sozialverhalten und weniger zu Egoismus. Er selbst höre im Zweifelsfall immer auf da, was sein Herz ihm rät.

Was bleibt?
Alle der drei Geladenen versuchten sich so gut wie möglich sowie witzig und geistreich zu präsentieren, was Ihnen zum Großteil auch sehr gut gelang, wenn es auch zuweilen etwas angestrengt wirkte und am Wesentlichen vorbei führte. Denn eine Antwort auf die Frage wurde nicht gefunden.

Am ehesten kann man noch dem altehrwürdigen Fürsten eine gewisse Leichtigkeit, Ehrlichkeit und Nonchalance attestieren. Die Weisheit des Alters scheint es wohl zu sein, die ihn gelassener und entspannter an das komplexe Thema herangehen lässt ohne seine Wortmeldungen mit Zitaten und Anlehnungen (vor allem Hajek) von Wirtschaftswissenschaftern und anderen klugen Köpfen zu schmücken.

In dieser Hinsicht fiel besonders der durchaus sympathische Attac-Sprecher Christian Felber auf, der dennoch seine Rebellenattitüde und marxistischen Ansätze nicht verbergen konnte. So zum Beispiel als er davon sprach, dass die Reichtümer besser verteilt werden müssten: Eine der Forderungen der Attac besteht darin, dass die Wohlhabenden und Besitzenden durch einen „gerechten Beitrag“, d.h. einem Fünftel ihres Besitzes, die Schulden tilgen mögen. Dabei beruft er sich auf eine Studie der Boston Consulting Group, die besagt, der einzige Ausweg aus dem Dilemma wäre die Enteignung der privaten Vermögen, immerhin geschätzte 18 Billionen Euro. Mit nur einem Drittel davon wäre das Schuldenproblem schon gelöst.

Einer der interessierten Zuhörer im Publikum war auch Georg Reichlin- Meldegg, Philanthrop und Kämpfer für eine bessere Welt, der demnächst die Petition “Citizens` Initiative for the United Nations SOS – Save Our Souls“ einbringen möchte. Er sieht die verstärkte Diskussion um die Gemeinwohl-Ökonomie und mediale Aufbereitung der Krisen-Problematik positiv und als Kick-off für einen Veränderungsprozess, der unumgänglich ist. „Heute trafen sich drei Generationen und gleichzeitig prallten drei Zeitformen aufeinander – Karl Schwarzenberg repräsentiert die Vergangenheit, der Banker Thomas Sedlacek die Gegenwart und Attak Gründer Felber die Zukunft. Damit ist alles gesagt.“

Es ist meiner Meinung nach allerdings zu bezweifeln, dass die Gemeinwohl-Ökonomie die Entscheidungsträger wird überzeugen können. Das Problem damit ist unter anderem, dass es dem Grundprinzip, das die westliche Welt groß gemacht hat, widerspricht. Subsistenzwirtschaft, also nur so viel anzuhäufen wie man zum Überleben braucht, erinnert an das „von der Hand in den Mund“ – Prinzip der Ureinwohner. Es ist mit einem modernen Staat, das den Fortbestand der Zivilisation auf der Basis von Fortschritt sichern will nur schlecht vereinbar.

Eines bleibt unbestritten, ein Richtungswechsel ist dringend notwendig. Und wenn es uns wirklich gelingt, die Reichtümer besser zu verteilen und gerechter damit umzugehen, kommen wir wohl alle in den Himmel. Auch wenn das für die bislang Begüterten, die Hölle auf Erden bedeuten dürfte.

Nur die Welt ist genug

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Manhattan Beach, Los Angeles
© Denise Aichelburg

Jetsetters want to embrace the world – and the jetlag is embracing them

Eines der schönsten Gefühle für mich, natürlich neben all jenen, die der Liebe zuzuordnen sind, ist das Gefühl frei zu sein. Kaum etwas lässt diese Gefühl stärker aufkommen als der Zustand des Reisens. Ein Koffer, ein Hotelzimmer, mein Liebhaber und ich. Mehr braucht es nicht.

Der Jetset verkörpert das Leben, nach dem ich mich immer gesehnt habe. Der Jetsetter möchte die Welt umarmen, und die Welt umarmt ihn.

„Wo sehen Sie sich in 20 Jahren?“, bei der Beantwortung dieser Frage musste ich lügen. Denn erstens gibt es für das, wo ich mich sehe, ohnehin keinen Ausdruck. Und zweitens war das nicht die Antwort, die die Personalmanagerin hören wollte.

Wo ist er nun, der Ort, an den es mich hinzieht? Lange habe ich mir diese Frage gestellt und lange keine Antwort gefunden. Und dann eines Tages, flog ich nach Amerika. Amerika war die nächste Stufe. Es öffnete meine Augen und veränderte mein Leben.

deception

Sie weinte bitterlich. Doch die Stimme tröstete sie: “Er war geblendet von deinem Licht, deinem Liebreiz. Du musst warten bis einer kommt, der aus der Dunkelheit an dich herantritt. Er wird nur deine Silhouette wahrnehmen, deine Bewegungen, deine Reaktionen, den Klang deiner Stimme und die Worte, die du sprichst. Dort im Schatten wird er dein wahres Ich erkennen.”

Von Prinzen, Fröschen und anderen Bestien

Kapitel 1

Er saß links neben ihr und sie konnte seine Gier wahrhaftig spüren, dieses Verlangen eine bestimmte Frau ganz zu beherrschen und zu besitzen. Dieses qualvolle Gefühl aus Sehnsucht und Eifersucht, die für ihn so nahe beieinander lagen, die jedes Mal, beim geringsten Zweifel in ihm aufkam, wenn er sie anrief und nicht wusste, wo sie war und vor allem bei wem. Er hatte seinen langen muskulösen Arm um sie gelegt, hinter ihren rechten Schulter vorbei, wobei dieser bis hinunter zu ihrer rechten Hand reichte, mit der sie sich auf dem Sitz abstützte und die er nun fest umschlungen hielt, so fest, dass sie diese nicht rühren konnte.

Abrupt hielt das Auto an, er stieg aus, ohne dabei ihre Hand loszulassen. Doch sie machte nicht die geringsten Anstalten ihm zu folgen, blieb sitzen und es gelang ihr, sich seinem Griff zu entziehen. „Nein, ich komme sicher nicht mit Dir,“ fauchte sie auf seine Aufforderung hin. „Du bist es doch, der immer unzählige Frauen um sich haben will, und ich nehme immer welche mit, aber das hast Du jetzt davon, denn es interessiert mich nicht jetzt nicht mehr, mit Dir zu gehen.“ Fahren sie weiter, Singerstraße,“ befahl ihre Freundin dem Taxifahrer und der Wagen setzte sich in Bewegung. Sie blickte nicht zurück. Sogleich startete eine Diskussion zwischen den beiden Frauen, wobei sie sich gegenseitig bestärkten, dass das die richtige Entscheidung gewesen wäre. Da läutete ihr Mobiltelefon und sie sah seinen Namen auf dem Display aufleuchten. „Soll ich rangehen?“ „Ja, sicher ,“meinte ihre Freundin, obwohl sie noch einen Augenblick zuvor gesagt hatte, sie solle ihn vergessen.

„Was gibt’s denn?“, fragte sie mit flötender Stimme. „Wo bist Du jetzt? Lass Dich zurückbringen zu mir.“ „Nein“, lautete ihre Antwort, „ sicher nicht nach dem heutigen Abend; nachdem wie Du Dich heute aufgeführt hast.“ Er bat sie erneut, kehrt zu machen und redete auf sie ein, wobei seine Stimme immer flehender wurde. „Schatzi, komm zu mir, Du weißt doch genau, dass das heute nicht ernst war, zum Teil Absicht und zum Teil Spaß. Wir sind ja auch nie alleine, immer sind andere Leute um uns herum und immer gibt es diese Spielchen. Nie können wir reden, nur wir zwei, einmal wirklich reden. Komm zu mir, ich möchte nur, dass Du bei mir bist, mehr nicht. Bleib einfach diese Nacht bei mir, wir müssen gar nichts tun, ich will Dich nur bei mir haben!“

to be continued

Liebesspiel

© Denise Aichelburg

Einmal mehr
bin ich verwirrt

welch’ seltsame Welt
die mich in diesem Zustand hält

es wiederholt sich das Spiel
und vermag wahrlich viel
in meinem Herzen zu ändern
selbst wenn ich nicht will

Orange Missernte

Ein schönes Land, aber ein raues Klima für Orangen
© Denise Aichelburg

Am 22. Mai vor 7 Jahren wurde Peter Westenthaler zum Parteiobmann des BZÖ bestellt. Und was macht er heute im verflixten siebenten Jahr? – Er hält sich immer noch tapfer im Sessel, inzwischen allerdings nur mehr als Stellvertretender Klubobmann. Dazu möchte ich hier einen kurzen bissigen Kommentar veröffentlichen, den ich in meiner Zeit als Webredakteurin im Jahr 2006 verfasst hatte. Viel Spass beim Lesen!
(Ich darf hinzufügen, dass ich grundsätzlich nichts gegen diese Partei habe und man eine ähnlich bissige Story über jede österreichische Partei hätte schreiben können. Weitere Polit-Kommentare folgen also in Kürze.) 

Orange Missernte
Ein ironischer Rückblick auf die Geschichte einer österreichischen Partei

Ein satter, prächtig blühender Orangenhain, der sich über das ganze Land ausbreitet, hätte es werden sollen. Einen reißenden Absatz der Orangenfrüchte hatte man sich erwartet. Aber es kam anders.

 Weder in der Steiermark, weder im Burgenland, noch in Wien konnten die Orangen erblühen. Die empfindlichen Pflänzchen wollten einfach nicht gedeihen. Ob das nun an der Sorte (falsche Kandidaten), der ungünstigen Hanglage (falsche Themen) oder an dem rauen Klima (wer braucht schon das BZÖ?) liegt, können auch die Experten nicht so genau sagen. Es werden wohl alle diese Faktoren eine Rolle gespielt haben.

 Begonnen hatte die Misserfolgsgeschichte im Frühjahr dieses Jahres. Orange sei stark im Kommen, hieß es damals. Es herrschte regelrecht eine orange Euphorie. Orange und Orangen, wo man hinschaute. Die Ernüchterung kam spätestens im kalten und verregneten Sommer, als sich die Umfragewerte für die orange Bewegung alles andere als freundlich zeigten.

 Hektisch wurde überlegt, wo man die Bäumchen wohl am besten anpflanzen sollte, und wo man es besser bleiben lassen sollte, weil der Boden für Orangen nicht geeignet sein könnte.

 In der Steiermark fand die Probe aufs Exempel statt. Ein Fehler! Die Ernte war schlecht. Die Orangen schmeckten den Leuten nicht. (Der Einzug in den Landtag blieb verwehrt.)

 Im Burgenland war man dann schon klüger und versuchte erst gar nicht, diese unreifen Früchte an den Mann bringen zu wollen. Lieber warten, das Land brach liegen lassen, und es in fünf Jahren noch mal probieren, lautete die Devise.

 Und dann Wien: „Nicht besonders“, kommentierte Orangenzüchter Dolinschek das Abschneiden am Wiener Markt. „Nicht entscheidend“, relativiert Oberorangenzüchter Jörg Haider die kaum vorhandene Nachfrage in Wien und setzt nun auf neue Sorten bzw. Personalumbesetzungen.

 Den einstigen Supermandarinen-Züchter Westenthaler überrascht das Ergebnis ebenfalls nicht. Er meint, man hätte man es hier erst gar nicht probieren sollen. Inzwischen hat die Westenthaler-Mandarine einem immensen Skandal ausgelöst, nachdem bekannt wurde, dass diese bösartige Allergien auslösen kann. Über die Restbestände wurde Quarantäne verhängt, ob diese Sorte je wieder in den Verkaufsregalen zu sehen sein wird, ist zu bezweifeln.

 Die einzige Hoffnung der Orangenhändler ist nunmehr die Ernte im Herbst, die  bundesweit für Ertrag sorgen soll, um so die Ausfälle durch die Missernten der letzten zwei Jahre zu kompensieren.

 Als „einen schwarzen Tag“ für die orange Bewegung bezeichnet der Sprecher des Orangenbündnisses den vergangenen Sonntag. Da hilft auch kein Hoffen auf Kreuzungsversuche mit dem Ziel einer Sammelbewegung. Weil es gibt nichts mehr, das man sammeln könnte. Außer ein paar verfaulten Orangen.